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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Stories & Fantasie
Karhu Offline



Beiträge: 192

02.01.2010 23:00
Eine wahre Story Zitat · antworten

Die Idee dazu kam mir gestern, als ich durch Luxemburg Stadt schlenderte. Was mir bereits auf dem Trierer Weihnachtsmarkt aufgefallen ist, hat sich bestätigt. Die Menschen die diesen besuchten und in sehr glänzende Jacken gekleidet waren, kamen aus unserem kleinen Nachbarland. Gestern sah ich wieder viele in Glanznylonjacken. Zuerst sah ich durch die Schaufenster in die geschlossenen Läden hinein, ob irgendwo was schönes und brauchbares für mich dabei ist. Leider war die Auswahl mäßig, soweit ich das erkennen konnte. Bloß in einem Fenster war eine sehr chice Jacke zu sehen. Leider Damengröße und Desinger-Preisklasse. Also zog ich mich aus dem Zentrum zurück und ging oberhalb der Kasematten spazieren. Einige Zeit später fuhr ich zurück nach Hause. Auf dem Weg dachte ich mir, versuche es am kommenden Tag nochmal, aber nicht Luxemburg, sondern Frankreich!

Gedacht, getan. Heute Morgen stand ich früh auf, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Kurz vor zehn Uhr morgens erreichte ich die Abfahrt Metz und wählte den mir gut bekannten Weg zur Innenstadt. Was mich hier schon wunderte; so lange Autoschlangen vor den Parkhauseinfahrten. Sehr seltsam, aber nachdem ich mich durch einige kleine Gässchen geschlängelt habe, fand ich endlich einen Parkplatz, zwar etwas weiter abseits des Zentrums, dafür aber kostenlos.

Nun trat ich den Weg an. Zunächst gekleidet in schwarzer Jeans und schwarzen Adidas-Sneakern. Bei dem kalten Wetter durfte eine glänzende Nylonjacke nicht fehlen. Ich wählte heute die vor kurzem erstandene rote Kapuzenjacke mit dem blauen Innenfutter. So eingepackt konnte das Abenteuer beginnen.

Gut, zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nichts von einem Abenteuer. Je näher ich der City kam, umso stärker wurde der Verkehr. Die Parkhäuser schienen zu platzen, musste die Polizei sogar den Verkehr umleiten. "Was geht denn hier ab!" dachte ich. Kaum hatte ich die erste Einkaufsstraße erreicht, war alles klar. Start des Winterschlussverkaufs genau an dieem Tag und ich mittendrin. Was aber noch viel besser war, war die Tatsache, dass die französische Bevölkerung viel modebewusster ist, als wir Deutschen. Glanznylonjacken wohin ich nur blickte. Kind, Teen, Eltern und Senioren, niemand hatte Scheu so herumzulaufen. Glanznylon von leicht matt über normal glänzend bis zu extremsten Glanz. Dazu auch einige Männer die Jacken aus Lackstoff trugen! Es musste ein Traum sein, oder? Nein, war es nicht. Alles war vertreten, was die Markenauswahl betraf, von No-Name bis Moncler. Alles dabei was die Dicke der Füllung betraf. Das sah ich alles, als ich die ersten Runden durch die Straßen lief. Natürlich betrat ich auch den ein oder anderen Laden, immer in der Hoffnung meine Traumjacke zu finden. Aber es war dann doch etwas enttäuschend. Ein paar glänzende Stücke waren zwar dabei, die mir gefielen, aber sie waren nicht perfekt genug und dafür einfach zu teuer, sie nur mal so mitzunehmen. Immerhin habe ich eine gefunden, die nur 10 Euro gekostet hat und als Alltagsjacke gut brauchbar ist. Im Zweifelsfall geht diese nächstes Jahr bei Ebay rein. Den Kaufpreis bekomme ich bestimmt wieder raus.

Trotzdem gab ich die Hoffnung nicht auf, irgendwo was zu finden. Irgendwo müssen die Menschen dort doch auch ihre her haben. Während ich diesen Gedanken hinterher hing, kam ein neuer hinzu:"Weg mit der Jeans, jetzt wird die schwarze Glanznylonskihose angezogen!" Diese lag im Auto und da ich die Einkaufstüte nicht länger mit herumschleppen wollte, setzte ich diese Idee in die Tat um. Mut bekam ich sowieso durch die glänzende Masse an Menschen, zusätzlich noch fremde Stadt, fremde Sprache und was soll schon passieren?

Zurück in der Stadt nach der Umkleideaktion passierte doch was. Wohl auch das was wir wollen, auffallen und gesehen werden. Viele Augen musterten mich von oben bis unten. Durch die hellrote Jacke stach ich vorher schon heraus, ist schwarz doch die angesagtere Farbe. Jetzt kam aber noch das glänzende Beinkleid hinzu, tja, sowas haben viele wohl noch nicht gesehen. Mir ist es egal was die denken, womöglich waren einige dabei, die sich so eine Hose auf den innerlichen Einkaufszettel schrieben, womöglich ein neuer Trend Winter 2010/11.

Jetzt noch wärmer verpackt spazierte ich nochmal durch die gesamte Fußgängerzone. Trat hier und da in einen Laden ein und sah mich kurz um. Kurz war es meistens, schließlich wollte ich auch nur eins: Glänzende Jacken, ab Besten sogar aus lackartigem Material. Jetzt traute ich mich auch in Shop rein, die keine Männerkleidung führten. Aber es war kaum noch was zu finden und wenn, war die Jacke nicht schön oder konnte mir niemals passen oder war zu teuer. Ich versuchte dann nochmal die Galeries Lafayette. Die 'Herrenwelt' hatte ich Stunden vorher schon besucht. Aber für meinen Geldbeutel war nichts dabei, dazu die magere Auswahl. So fuhr ich mit der Rolltreppe rauf in die nächste Etage, wo es die Damenkleidung gab. Immerhin konnte ich hier den geilen Calvin Klein Mantel aus lackähnlichem Material anfassen. Aber mehr auch nicht, wie bei den Männern, für mich unbezahlbar. Dazu war der in blau (schwarz war schon ausverkauft und lief unten auf den Gassen herum) und meine Entscheidung war sehr schnell gefallen. Anfassen ja, kaufen nein.
Also weiter durch die Menschenmassen, vorbeiquetschen an den Warteschlangen für die Kasse. Jetzt sah ich sie! Was für eine tolle Jacke! Nochmal ein bisschen zurück, die Warteschlange queren und anschauen, anfassen und... anprobieren? Größe 2 könnte knapp werden. Damenabteilung? Sofort konnte ich mich nicht damit anfreunden. Schon komisch, wenn Mann alleine unterwegs ist und in der Damenabteilung... soll ich, soll ich nicht? Es war nur noch eine in schwarz zu sehen, die hellgrünen waren vom Material zwar gleich, aber die Masse erzählt die Geschichte des ladenhüters. 8:1 für grün spricht sehr dafür. Zu eins? Was macht die Frau denn da vorne, da ist noch eine zweite? Oh, das ist die Verkäuferin und die hängt diese wieder zurück. O.k. ich kann hier nicht länger warten, nochmal hin zu der Jacke und nochmal Größe schauen. 3! Es ist größe 3. Mehr gibt es wohl nicht, grüne Auswahl zum nachschauen hatte ich genug. Also gut, Größe 3. Ich muss sie probieren, einfach nur probieren. Umkleidekabine ist in dem Fall echt übertrieben und die sind mit Sicherheit mehr als voll. Gut, also zog ich meine Jacke aus und die schwarze an. Passt! Eng, aber passt. Reißverschluss geht zu, ohne den Bauch einziehen zu müssen. Gut, wenn der Winterspeck weg ist, dann passt sie noch besser. Aber immerhin, sie geht ohne Qual zu und den Blick in den Spiegel musste ich zur Sicherheit noch machen. Ich bin jetzt keine Schönheit und den leichten Bauchansatz erkannt man schon, aber die Jacke muss es sein. Preislich völlig in Ordnung. Keine Marke, deren Namen ich mitbezahlen muss. Die Kapuze hat zwar einen Fellansatz, aber den werde ich überleben. Bin kein Fan davon, aber in dem Falle stehe ich drüber. Stehen.. ja stehen war jetzt angesagt. Die Schlangen an den Kassen waren weiterhin so lang wie bereits den gesamten Tag. In Frankreich zählt aber vor allem eins: Geduld. Während ich wartete kam ich an einem Tisch vorbei, an dem eine Mitarbeiterin stand, die die Kleidung zurück auf die Bügel hängt. Diese sprach mich an und zeigte so auf die Jacke. Ich war sehr verdutzt und wusste gar nicht was sie wollte. Sie hat da gmerkt das ich des französischen nicht völlig mächtig bin und zeigte nochmal, diesmal genauer. Auf den Fellrand und auf den Reißverschluss! Yeah!!! Perfekt! Gerettet, zu 80 % die Wunschjacke gefunden. Für 100 % hätte es Männergröße sein müssen oder die nicht vorhandene Damengröße 4. Trotzdem, in dem Fall bin ich mit 80 % zufrieden. Zumal diese ihren Preis wert ist. Kein künstlich überteuertes Produkt.
Nur kam ich in dieser gut geheizten Galerie ziemlich ins Schwitzen. Bei der dicken Verpackung die ich trug.

Jetzt war ich glücklich und konnte den Heimweg antreten. Trotzdem blieben Fragen offen. Wo sind die Männerläden, die Jacken verkaufen wie sie zu Hauf zu sehen waren? Waren diese Jacken noch aus dem vergangenen Jahr? Wie auch immer, diese Frage werde ich für mich alleine nie beantworten können. Wenn ich besser französisch sprechen könnte, ich hätte den Mann in der Lackjacke angesprochen, aber so, lieber nicht, wahrscheinlich auch ein Designerteil, was meinen finanziellen Rahmen sprengen würde.

Als Fazit bleibt noch festzuhalten: Die französische Mentalität ist mir viel lieber als die deutsche. Außerdem sind die Franzosen wesentlich modebewusster als der größte Teil der Deutschen. Ich denke nicht, das der Trend hierzulande angenommen wird. Schon die einfachen Glanzjacken hängen wie Blei herum und müssen im Abverkauf unters Volk gebracht werden. Sehr stark glänzendes, lackartiges ist sowieso nicht dabei und hier in Trier könnte ich jedes Geschäft, jede Boutique aufsuchen, weder für Frau noch für Mann gibt es solch tolle Teile. Keine Ahnung wie es in anderen, größeren Städten ist. Bei uns in der 'Großstadt' passiert jedoch nichts. Baumwolle überall, Jack Wolfskin überall, aber kein Glanz in der Stadt.
Vielleicht mache ich morgen mal eine Runde durch die Fußgängerzone. Schwarz und glänzend.

peter5886 Offline

Admin


Beiträge: 1.078

03.01.2010 12:31
#2 RE: Eine wahre Story Zitat · antworten

Hallo, Karhu!

Du hast da ein schönes Glanzmärchen erlebt!



Bei dir in Trier sind glänzende Anblicke rar? Hier in Hamburg ist das anders. Ich bekomme immer wieder mal Leute in glänzenden Daunenjacken zu sehen.

Viel (glänzende) Freude in der Fußgängerzone!

Peter

Uhrzeit

Nicki Little Offline




Beiträge: 814

03.01.2010 15:06
#3 RE: Eine wahre Story Zitat · antworten

das glanzmärchen ist in der tat herrlich. aber was mich noch sehr umtreibt ist die frage, wo denn nun die ganzen glänzenden sachen nun wirklich her waren. mir ist auch klar, dass du der letzte wärst, der mit der antwort hinterm berg hielte, wenn du sie wüsstest. aber die neugierde...

lg, nicki

auch 2010 gibt es wieder schöne überaschungen auf http://www.kway-nicki.de

Karhu Offline



Beiträge: 192

03.01.2010 16:19
#4 RE: Eine wahre Story Zitat · antworten

Ich schätze die sind unserer Zeit voraus und trugen Zeug aus den vergangenen Jahren auf. Einem konnte ich etwas näher auf die Schulter schauen und sah, dass das Material schon arg in Anspruch genommen wurde und sich leichte Risse bildeten. Natürlich gab es in dem ein oder anderen Laden schon noch glänzende Jacken. Nur entsprachen die für die Männerwelt nicht meinen Ansprüchen. Z.B. eine für 99 Eu war vom Glanz toll und die schwarze Farbe o.k., aber der riesige Schriftzug vorne... nicht mein Geschmack. Eine andere, etwas günstigere hatte einen tollen lackartigen Stoff, die Farbe war eher grün, was vielleicht noch o.k. gewesen wäre, aber innen Baumwollfutter, nö danke.
Dann hingen vor einem Laden, draußen, schöne Jacken. Die sah ich mir an und fasste sie an. Material o.k., schauen welche Größe und schwupps kam der Verkäufer raus und quatschte mich an. Ich bin eh kein Fan von individueller Beratung und auf französisch besonders nicht. Immerhin sprach er Bruchstücke deutsch, meine L könnte passen, er hätte aber auch XL (ja, ja, die Franzosen sind schmaler als wir Deutschen), schleppte mich quasi in den Laden hinein wo ich die anprobieren sollte. Kaum war der Reißverschluss geöffnet, war mir klar, nichts für mich. Baumwollfutter. Langweilig. Auch nicht das Glanzstück was mir im Kopf herumschwirrte. Mit Wortfetzen bekundete ich mein Desinteresse und ging davon. Aber dieser Laden hatte immerhin für die Damenwelt eine Jacke aus richtigem Lackmaterial. Die war aber sehr kurz geschnitten, ich hätte sie gerne mal berührt, aber nach der Story vorher verzichtete ich lieber darauf.

Außerdem kann ich mir vorstellen, das einige, Vorsaisonware im nahegelegenen Outletcenter erstanden hatten. Das habe ich auf dem Rückweg gesehen und ich konnte es mir nicht verkneifen auch dort reinzuschauen. Aber zwei Runden gedreht und mit leeren Händen abgezogen. Vermutlich wird die restliche Winterware 2009/10 erst März / April dort in den Ständern hängen.

Den letzten Teil wollte ich oben nicht hinein bringen, weil es die eigentliche Geschichte nicht direkt betraf. Zwar liefen auch dort einige glänzend herum, aber nach den Eindrücken des Tages, wollte ich es nicht nocheinmal erwähnen.

Ja, die Neugierde, genau diese ließ mich auch unendliche Runden drehen. Ich wollt dem Geheimnis auf die Spur kommen, habe aber außer Vermutungen nichts im Gepäck.

Hier in D habe ich nur die eine lackartige Jacke von Tally Weijl gesehen und gefunden. Für den Herren ... müsste ich mich wohl nach Paris, Rom oder London begeben. Evtl. könnte ich auch in der Alpenregion fündig werden. Ist mir aber alles zu weit weg und ein Schnäppchen werde ich so direkt eher nicht machen.

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